Drei Fragen an die Ernährungsberatung

27.10.2026
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Ernährungsberaterin Sibylle Anliker

Was wird bei gesunder Ernährung Ihrer Erfahrung nach oft unnötig kompliziert gemacht?
Häufig wird zu viel Wert auf Regeln und Verbote gelegt. Viele glauben, sie müssten Kalorien zählen, auf bestimmte Lebensmittel verzichten oder möglichst viele Superfoods essen. Dabei ist eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit möglichst wenig verarbeiteten Lebensmitteln wichtig. Und es muss nicht jeden Tag alles perfekt sein.

Gibt es Lebensmittel, die zu Unrecht einen schlechten Ruf haben?
Ja, beispielsweise Eier. Lange galten sie wegen ihres Cholesteringehalts als ungesund. Heute weiss man, dass Cholesterin aus der Nahrung keinen nennenswerten Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut hat. Eier liefern hochwertiges Eiweiss und wichtige Vitamine. Kaffee kann in moderaten Mengen ebenfalls Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, er enthält wertvolle Antioxidantien. Teigwaren, Kartoffeln und Brot haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Sie liefern wichtige Energie und gehören in passender Menge zu einer ausgewogenen Ernährung. Weiter wird oft Tiefkühl- und Dosengemüse als nicht besonders gesund eingestuft. Dabei wird es häufig direkt nach der Ernte verarbeitet, wodurch viele Vitamine erhalten bleiben, und ist eine gute Alternative zu frischem Gemüse. Entscheidend ist letztlich nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die gesamte Ernährung und die Menge, in der Lebensmittel konsumiert werden.

Was empfehlen Sie jemandem, der seine Ernährung verbessern möchte, aber nicht weiss, wo er anfangen soll?
Zunächst lohnt es sich, die eigenen Ernährungsgewohnheiten anzuschauen. Ein Ernährungstagebuch kann helfen. Anschliessend empfehle ich, mit einem kleinen, konkreten Ziel zu beginnen – beispielsweise täglich eine Frucht zum Zvieri zu essen. Wer alles auf einmal verändern möchte, verliert oft die Motivation. Kleine, realistische Schritte lassen sich langfristig besser umsetzen.