Spannende Info-Veranstaltung über das emedo

27.4.2022

Mehr als 20 Personen, darunter auch Geschäftsleitungsmitglieder und Verwaltungsangestellte des «Lindenhofs» Oftringen, liessen sich am Montag, 25. April, die Vorzüge des elektronischen medizinischen Dossiers, kurz emedo, erklären.Wer wollte, konnte gleich selbst eines eröffnen – das Angebot wurde rege genutzt.

Möglich war dies dank der Präsenz zweier Vertreter der Stammgemeinschaft eHealth, jener Organisation im Aargau, welche die elektronischen Patientendossiers anbieten darf. Auf «geheime» Dokumente hat nur der Patient Zugriff. Er entscheidet selbst, was in seinem Dossier abgelegt wird – und wer ausser ihm im Notfall Zugriff auf seine Daten und Dokumente bekommt. Es macht Sinn, wenn Fachärzte neben dem Hausarzt Unterlagen einsehen oder Apotheken die Verträglichkeit mit anderen Medikamenten prüfen können. Gestaffelte Zugriffsberechtigungen, respektiveVertraulichkeitsstufen, erlauben die Einschränkung von Rechten. Dokumente können denVertraulichkeitsstufen «normal zugänglich», «eingeschränkt zugänglich» oder sogar «geheim» zugeordnet werden. «Geheime» Dokumente können nur durch die Patienten selbst eingesehen werden. Für Gesundheitseinrichtungen, einzelne behandelnde Ärztinnen oder Betreuer kann der Zugriff Befristet werden. «Medikationslisten, Impfausweise, Röntgenbilder, Untersuchungs-und Pflegeberichte sind übliche, abzulegende Dokumente», sagte Andrea Nyffenegger, die Leiterin Pflege und Betreuung im «Lindenhof». Emedo zeichnet alle Zugriffsvorgänge in einem Protokoll auf. Eine Beschränkung des Speicherplatzes existiert laut Projektleiter Arthur Immer von der Stammgemeinschaft eHealth Aargau nicht.

Auf das elektronische Patientendossier kann über den Computer oder über das Handy zugegriffen werden. Eine Mobilnummer ist für das Einloggen und zum Einrichten eines Accounts nötig. Dazu muss man die App TrustID auf ein Apple- oder Samsung-Handy herunterladen und installieren. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Eröffnung eines Gesundheitsdossiers findet man auf der Website www.emedo.ch. Wer sich von seinem Laptop via Internet auf emedo einloggt, ist auf der sicheren Seite. TrustID liefert hierzu eine kurzzeitig verfügbare, sechsstellige Zahl, ähnlich wie eineBank-App beim Online-Banking. Vor der Einrichtung eines elektronischen Dossiers ist eine Einwilligungserklärung zu unterzeichnen, ein gültiger Pass oder eine gültige ID vorzulegen sowie die AHV-Stammnummer anzugeben.

Aus diversen Gründen erfolgt die Einrichtung eines Dossiers aktuell lediglich in den Poststellen in Aarau, Baden, Muri und Rheinfelden – Sicherheit vor unbefugten Zugriffen und eine eindeutige Identifikation der Personen gehen vor. Der Einrichtungsprozess dauert zirka 15 Minuten. Die Einrichtung in Oftringen war eine einmalige Gelegenheit dazu, und zeigt, dass die Stiftung Lindenhof das elektronische medizinische Dossier emedo nicht nur als sinnvoll erachtet, sondern die Einführung explizit fördert. Als neue Dienstleistung übernimmt der «Lindenhof» die Verwaltung und Pflege eines eingerichteten Patientendossiers für 120 Franken im Jahr für jene, die weder über ein Handy noch über Internet verfügen oder sich die Kenntnisse zur effektiven Nutzung nicht mehr aneignen können oder wollen.

Quelle: Zofinger Tagblatt

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